Von den Alpen mit dem Velo auf die Gondel nach Venedig.

Alpenpanoramen, wilde Bergbäche, Äpfel, exotische Pflanzen, Weinberge und das adriatische Meer mit seinen Gondolieri in der Lagunenstadt Venedig – all das hat die Reise, entlang der Via Claudia Augusta, eine der einst wichtigsten historischen Römischen Strassen, zu bieten.

Meine erste Reise für Baumeler ist gleichzeitig eine der vielseitigsten in Europa. Nachdem ich die Baumeler Crew Anfang des Jahres in Luzern kennengelernt habe, konnte ich es kaum erwarten, endlich meine erste eigene Reise zu führen. Eine Reise, die durch zwei Staaten führt, auch wenn sie im Südtirol wahrscheinlich drei sagen würden. Wir durchqueren dabei jedoch drei Regionen Italiens, auf dem Weg von Santa Maria im Val Müstair nach Venedig. Regionen, die sich durch ihre Geschichte auszeichnen, im Norden einst zu Österreich gehörten, wo man es auch noch stark sehen und schmecken kann. Wir erleben die Vielseitigkeit Italiens, was für mich diese Reise besonders spannend macht.

Gestärkt durch die gute, herzhafte Südtiroler Küche geht es für uns durch das Vinschgau und seinen schier endlosen Apfelplantagen, umgeben von einem traumhaften Alpenpanorama, bis nach Meran, der Stadt, in welcher der Frühling früher beginnt. Die Kurstadt, die durch den Aufenthalt der Kaiserin Sissi berühmt geworden ist, vereint das mediterrane Italien und die deutsch-österreichische Kultur wie keine andere in Italien.

Je weiter südlich wir uns bewegen, desto weniger hören wir die deutsche Sprache heraus und desto mehr rückt die mediterrane Küche auf die Speisekarten der Restaurants. In Bozen sieht man die Verschmelzung der österreichischen Architektur mit der italienischen. Mit dem Eintauchen in das Frühlingstal finden wir uns mit einem Mal mitten in Weinbergen wieder, wo gerade eben noch Äpfel zu sehen waren. Die Vielseitigkeit der Natur, die Berge, die von weissem zu rotem Gestein wechseln, die zahlreichen Burgen an den Seitenhängen, all das macht diese Reise für mich so interessant. Wo man hinkommt, kommt man ins Staunen. Ach und übrigens, auch Mangos wachsen im Südtirol und lecker sind sie auch.

Auf der nächsten Station in Trento, das einstige Handelszentrum der Region, bis dies von Bozen abgelöst wurde, nachdem die Bahn über den Brennerpass fahren konnte, besuchen wir die Altstadt. Danach heisst es in die Pedale treten, denn wir fahren einen kleinen Pass hinauf, um nochmals eine komplett andere Landschaft zu erleben. Es wird bergiger und im Kurort Levico Terme kann man den Ausblick auf den See geniessen. Geschichtlich bedeutend geht es weiter, wenn wir durch das Valsugana, entlang traumhafter Velowege nach Bassano del Grappa fahren, wo die Geschichte des italienischen Grappas ihren Anfang genommen hat. Beim Besuch des Museums und einer Kostprobe kann man das Flair dieser Stadt mit römischen Wurzeln geniessen.

Wir tauschen nun das Velo gegen Vaporetti und kleine Boote; es geht aufs Wasser!

In der Lagunenstadt angekommen, die komplett auf Holzstämmen steht, erkunden wir über das Kanalsystem die Stadt und geniessen die letzten zwei Tage der Reise.

Diese besondere Abwechslung macht diese Reise so einzigartig. Startet man noch in vertrauter Umgebung, mit vertrauter Sprache, so taucht man innerhalb von einer Woche in die Geschichte Italiens und dessen Norden ein und erlebt dabei die Vielseitigkeit dieses Landes.

Und was macht es für mich so spannend eine Reise für Baumeler zu leiten? Allem voran die Flexibilität, die bei der Durchführung der Reise herrscht. Der Reiseleiter steht nach den Gästen im Vordergrund. Man kann sein Wissen, seine Erfahrungen einbringen und dieses wird sehr gern gesehen. Sei es ein Restaurant-Tipp, ein Ausflugsziel, oder die Reise und das Konzept selbst. Man ist im wahrsten Sinne des Wortes der Reiseleiter und führt diese nicht einfach nur aus. Die eigene Meinung zählt, der Erfahrungsschatz und die Expertise. Du kannst aktiv auf den Ablauf der Reise Einfluss nehmen, sowohl bei der Planung als auch Vorbereitung, um sie immer weiter zu verbessern.

Natürlich ist es für mich genauso spannend neue Leute kennenzulernen, neue Geschichten, neue Erfahrungen aus allen Teilen der Schweiz. Und bereits am Ende des ersten Tages sitzt man bunt durchmischt am Tisch.

Geschrieben von Sven Heinitz.

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