Auf einer Reise mit Baumeler – Ab nach Apulien!

Kultur und Genuss

Schlucht des Torrente Romandato, Monte Sant’Angelo, der älteste Wallfahrtsort Europas, der Nationalpark Foresta Umbra, eine Bootsfahrt zu den Meeresgrotten, Essen in einer Masseria, Küste und Meer: So abwechslungsreich und eindrücklich ist diese Woche im Norden Apuliens, dem Gargano.

Zurück zu den Wurzeln

Als mir mitgeteilt wurde, dass meine erste Reise für Baumeler nach Apulien in den Gargano führen wird, habe ich mich riesig gefreut. Mein Vater kommt nämlich ursprünglich aus den Marken (wo ich übrigens ab nächstem Jahr ebenfalls eine Reise leiten werde). Als Kind habe ich jeden Sommer dort verbracht und auch jetzt zieht es mich mindestens einmal im Jahr in diese Gegend. Deshalb kenne ich die südliche Adria ziemlich gut. Der Gargano, auch der Sporn Italiens genannt, liegt südlich der Marken.

Der Kluge reist im Zuge

Bei meiner ersten Reise als Assistent im Jahr 2024 sind wir noch nach Apulien geflogen. Gross war dann meine Freude, als Baumeler Reisen sich entschieden hat, ab 2025 die Reise mit dem Zug 1. Klasse anzubieten. Dies war auch für viele Teilnehmende ein Grund, diese Reise zu buchen. Wie ist doch die Anreise entspannt und abwechslungsreich.

Abwechslungsreiche Wanderungen

Eine Woche wandern wir durch Täler und imposante Wälder, bezaubernde Ortschaften, zu Sehenswürdigkeiten und entlang der Meeresküsten. Alle Wanderungen sind sehr abwechslungsreich und dauern rund 2 – 4 Stunden, reine Wanderzeit. So bleibt auch immer genug Zeit, die atemberaubenden Aussichten zu geniessen, Kulturstätten zu besichtigen, für ein gemeinsames Picknick oder in einem traditionellen Lokal einzukehren. 

Im Tal des Torrente Romandato

Die erste Wanderung durch das waldreiche Tal des Torrente Romandato, umgeben von steilen, weissen Kalkwänden beeindruckt mich auch auf meiner zweiten Reise. Unglaublich, wie die Natur diese Schlucht schaffen konnte. Anschliessend besichtigen wir Vico del Gargano, welches offiziell als eines der schönsten Dörfer Italiens gilt. Auch der kulinarische Genuss kommt natürlich nicht zu kurz!

Zwischen Orchideen zum «Monte Sant’Angelo»

Am nächsten Tag dann schon das nächste Highlight: Wir wandern zuerst zur Abtei Santa Maria di Pulsano und besichtigen später den Berg des heiligen Engels, den «Monte Sant’Angelo». Im Frühling ist diese Strecke voller Orchideen. Für Orchideenliebhaber ein Traum! Zudem ist die Aussicht auf das Meer atemberaubend. Wir besichtigten die Grottenkirche, welche seit dem 5. Jahrhundert ununterbrochen von Pilgern besucht wird. Anschliessend steht eine «schwierige» Entscheidung bevor: Entweder mit dem Bus direkt zum Strand fahren, dort entspannen oder ein Bad nehmen (im Herbst ist das Wasser schön warm, im Frühling eher etwas für Hartgesottene) oder mit mir die spektakuläre Wanderung hinunter zum Strand machen. Für ein kurzes Bad und ein Apéro reicht die Zeit dann auch immer noch.

Durch das UNESCO-Weltnaturerbe

Der Tag darauf ist dann wieder komplett anders: Wir wandern durch die Foresta Umbra. Fast der gesamte Gargano steht seit 1991 als Parco Nazionale mit ca. 1200 km2 unter Naturschutz. Die Foresta Umbra ist besonders bekannt für ihre alten Buchenwälder, die seit 2017 UNESCO-Weltnaturerbe sind. Natürlich gibt es über diesen Wald sehr viele Geschichten und Legenden. Ich liebe Geschichte(n) und Legenden und weiss darum immer wieder mal etwas zu erzählen. Im Wald geniesse ich aber auch mal die Achtsamkeit: Die Stille, die Geräusche der Natur, die Gerüche und die Ruhe auf mich einwirken zu lassen, ist Balsam für die Seele. Wie schön ist es, ein Picknick in dieser wilden Natur am Lago d’Otri zu geniessen. Später fahren wir zu einer Masseria und degustieren Olivenöl und verschiedene Weine. Auch heute gibt es wieder eine Entscheidung zu treffen: Mit dem Bus direkt zum Hotel und dort den Nachmittag am Pool oder am Meer verbringen oder mit mir alles der Küste entlang zum Hotel zurückwandern. Jeder entscheidet frei nach seinen Bedürfnissen!

Ab zu den Höhlengrotten

Am kommenden Tag steht keine offizielle Wanderung an. Mit dem Boot machen wir einen faszinierenden Ausflug zu den Höhlengrotten. Jede Grotte und fast jeder Fels haben einen Namen. Diese werden vom Bootsführer sehr gut erläutert und mit etwas Fantasie auch erkannt. Mich beeindruckt es jedes Mal, wie sicher und souverän er das Boot in die zum Teil engen Grotten manövriert. Am Nachmittag besichtigen wir jeder auf eigene Faust die sehr eindrückliche Stadt Vieste.

Genuss für Leib und Seele

Als Reiseleiter ist es mir besonders wichtig, dass meine Gäste je nach körperlicher Verfassung oder Tagesform die Wahl haben, ob sie eine Wanderung machen möchten oder lieber die Alternative wählen. Am heutigen Tag stehen drei Wanderungen auf dem Programm:
Die Erste führt zur Spiaggia Vignanotica. Diese gilt mit den weissen Kalksteinklippen, dem kristallklaren Wasser und den beeindruckenden Grotten als einer der schönsten Strände Italiens und das ist nicht übertrieben! Wer nicht wandern möchte, fährt mit dem Bus direkt zum Strand. Da wir jeweils in der Nebensaison wandern, sind die Strände meistens beinahe menschenleer. Die zweite Wanderung führt zur Masseria Sgarrazza. Dort werden wir mit einheimischen Produkten verwöhnt. Nicht nur das Essen, sondern auch der Wein und die anschliessenden Liköre/Grappa schmecken meinen Gästen sehr gut, in meiner Gruppe herrscht Hochstimmung. Wer mag denn jetzt noch die dritte Wanderung antreten, anstatt mit dem Bus direkt zum Hotel zu fahren? Ich bin überrascht, fast die Hälfte entscheidet sich für die wunderschöne, jedoch etwas strengere Wanderung und niemand hat es bereut. Gutgelaunt kehren wir gegen Abend zum Hotel zurück.

Noch ein letztes Bad im türkisblauen Meer

Oje, heute ist schon unser letzter Wandertag: Wir laufen der Küste und dem Meer an wunderschönen Stränden entlang. Es bleibt auch genug Zeit für ein letztes Bad im türkisblauen Meer oder ganz einfach um am Strand zu entspannen. In Peschici geniessen wir am Mittag nochmals die hervorragende einheimische Küche. Dieser Ort platzt in der Hochsaison aus allen Nähten, wir können dieses eindrückliche Dorf jedoch in aller Ruhe auf uns wirken lassen.

Ganz entspannt und vielen schönen Eindrücken treten wir am letzten Tag die Heimreise an und fahren mit dem Zug «Frecciarossa» wieder nach Mailand und dann weiter nach Zürich.

Was war das für eine geniale Reise: Alles hat bestens geklappt, wir hatten jeden Tag Traumwetter und die Stimmung innerhalb der Gruppe war grossartig!


Ich freue mich jetzt schon riesig auf die nächste Gargano-Wanderreise vom 7. – 14. Oktober 2025.

Geschrieben von Armando Carloni.

Hier geht’s zur Wanderreise im Gargano.