Vulkanische Kontraste und grüne Oasen – Eindrücke von unserer Wanderwoche
Als Mitarbeiter von Baumeler, dürfen alle Mitarbeitenden vom Büro einmal pro Jahr auf eine Studienreise. Wenn ich auf unsere Wanderwoche Anfang November auf La Palma zurückblicke, bleibt für mich vor allem eines: Diese Insel ist unglaublich vielfältig! Auf dieser kleinen kanarischen Insel wechseln sich Vulkanlandschaften, Lorbeerwald, tiefe Schluchten, schwarze Strände mit glasklarem Wasser und offene Höhenzüge ab. Genau diese Mischung macht für mich persönlich La Palma zu einer idealen Wanderinsel.
La Palma besteht geologisch aus zwei sehr unterschiedlichen Inselhälften. Der Norden ist älter, stark erodiert und von Schluchten, Wasserläufen und dichtem Wald geprägt. Der Süden dagegen ist jung und zeigt deutlich seine vulkanische Herkunft: Aschefelder, Kraterkämme und, seit dem Ausbruch 2021, ganz frische Lava, die noch sehr karg wirkt. Die beiden Teile der Insel werden durch die riesige Caldera de Taburiente getrennt, einen Erosionskrater von beeindruckender Dimension. Genau diese Gegensätze waren auf unseren Wanderungen gut spürbar und haben mich fasziniert.
Am ersten Tag standen wir auf Lavafeldern, die kaum älter als ein paar Jahreszeiten sind. Die schwarzen Gesteinsflächen, die von der Eruption 2021 zeugen, wirkten noch frisch. Unser lokaler Führer Wim erklärte, wie die Lava damals über Wochen talwärts floss und sich am Ende in den Atlantik ergoss. Dabei entstand neues Land, etwa 50 Hektar, die heute wie ein Kapitel in der Entstehungsgeschichte der Insel wirken. Zwischen dem dunklen Stein sah man bereits die ersten Pflanzen, die sich langsam zurückkämpfen. Es war interessant, hier nicht nur Landschaft, sondern auch Prozesse zu sehen.
Am darauffolgenden Tag erlebten wir den starken Kontrast dazu: Wir wanderten im Laurisilva-Wald, einer immergrünen Lorbeerwaldzone, wie man sie auf den Kanaren nur noch an wenigen Orten findet. Die Luft war feucht und es hat leicht geregnet, der Boden war weich, und die Vegetation dicht und sehr grün. Es war ein ganz anderes Wandererlebnis als am Tag zuvor.
Die Königsetappe: Caldera de Taburiente
Ein Höhepunkt der Woche war die Wanderung in die Caldera de Taburiente. Schon die Anfahrt durch die kurvige, schmale Strasse war spektakulär und für unsere ganze Gruppe ziemlich sicher unvergesslich. Unser Chauffeur Max manövrierte unseren Bus zuerst ins Tal und dann sicher Kurve für Kurve die Bergstrasse hinauf, bis wir den hochgelegenen Ausgangspunkt erreichten. Oben öffnete sich die Sicht auf die riesige Kraterlandschaft: steile Felswände, Kiefernwälder, tiefe Einschnitte. Erst hier versteht man, warum die Caldera als Herz der Insel bezeichnet wird.
Der Weg führte uns zuerst durch schattigen Kiefernwald. Das Gehen war angenehm, der Untergrund weich, die Temperatur ideal. Je weiter wir abstiegen, desto deutlicher wurde die Dimension der Landschaft. Felsabbrüche, vulkanische Flanken, Schuttkegel und vegetationsreiche Hänge wechselten sich ab. Der Weg war stetig abwärts, aber gut zu gehen. Wir machten regelmässig kurze Pausen, hörten Erklärungen zur Entstehung des Kraters und zur Rolle von Erosion und Wasser.
Unten erreichten wir das breite Flussbett des Taburiente. Hier legten wir eine Mittagspause ein. Diese Etappe war für mich unvergesslich, weil sie die Insel so klar lesbar macht: Gestein, Wald, Wasser, Zeit.
Gemeinschaft und Genuss
Auch das Zusammensein in unserer sehr homogenen Gruppe war ein wichtiger Teil dieser Woche. Die Stimmung war offen und unkompliziert. Beim Wandern entstanden interessante Gespräche und die gemeinsamen Picknicks unterwegs waren gemütlich. Beim gemeinsamen Abendessen im Hotel probierten wir lokale Gerichte: Papas arrugadas mit Mojo-Saucen, frischen Fisch, Meeresfrüchte, Käse aus Ziegenmilch… Der Barraquito – ein kanarischer Kaffee mit Likör und Kondensmilch, der sich schnell als „Ferienkaffee“ der Gruppe etabliert hat, wurde regelmässig bestellt.
La Palma: klein, aber oho!
La Palma verbindet für mich das Beste aus zwei Welten: abwechslungsreiche Wanderungen und das erholsame Meer kombiniert mit leckerem, lokalem Essen. Die Mischung aus Natur, Bewegung und Entspannung macht die Insel ideal für alle, die aktiv sein und gleichzeitig geniessen möchten. Gerade in einer begleiteten Gruppe mit unserer ortskundigen Reiseleiterin Sofia war es besonders angenehm – man muss sich um nichts kümmern, kann einfach mitgehen, staunen, lachen und den Moment geniessen. So fühlt sich für mich eine rundum organisierte Auszeit an, die lange nachklingt und bei der man Land und Leute hautnah erfahren darf.
Geschrieben von Isabelle Müller-Bucheli
Hier geht es zu unserer Wanderreise nach La Palma.





