Über die Balance zwischen Körper, Geist und Herz
Mein Leben sehe ich als Weg. Wir dürfen diesen Weg betreten, gehen den Weg mit all seinen Gegebenheiten und irgendwann verlassen wir ihn – hoffentlich erfüllt – wieder. Und auf diesem Lebensweg vor etwa 15 Jahren, kam ich das erste Mal mit Yoga in Berührung. Wie ist es gekommen? Wie begann mein Yogaweg?
Zu dieser Zeit war mein Leben ziemlich hektisch. Wir hatten kleine Kinder und das Zurechtfinden zwischen Familienpflichten und Arbeitswelt, Ansprüche im Aussen und meinen eigenen Bedürfnissen hat mich ziemlich geschlaucht. Mein Kopf war ein Gedanken-Karussell und auch nachts kam ich kaum zur Ruhe. Endlich durften wir uns ein paar Tage in einem Hotel gönnen und da war dieses Angebot: Kostenlose Yogastunde. Was ist da passiert in dieser Stunde mit mir? Ich konnte es nicht benennen, aber nach dieser ersten Yogastunde habe ich mich entspannter und besser gefühlt. Dies wollte ich weiterverfolgen und wieder zuhause, habe ich öfters kleine Yogaeinheiten geübt. Ich habe mir ein Yogastudio gesucht, bin eingetaucht und habe meine erste Yogaausbildung absolviert. Mit diesem Eintauchen, mit diesem Vertiefen und dem Ausprobieren von verschiedensten Techniken und Praktiken, mit dem Studieren der Yogaphilosophie bin ich Stück für Stück meinem Yogaweg gefolgt. Eine Reise zu mir selbst und zu Momenten der Stille – auch im Kopf. Plötzlich war Sie da, die Ruhe im Kopf, wieder besserer Schlaf und ein Wohlgefühl. Alles perfekt?
Wenn der Kopf laut wird
Ich habe lange geglaubt, Ruhe bedeutet alles im Aussen zu verändern – den Job, den Ort und die Menschen. Ich dachte, ich habe zu wenig Zeit für Yoga und dann kam der Tag, an dem mich Yoga plötzlich und tatsächlich gestresst hat. Es wurde wieder laut in meinem Kopf…
Eine wundervolle Lehrerin von mir hat mir die Augen geöffnet: «Nadja, it’s just Yoga». Ein Satz, welcher alles für mich verändert hat. Ich habe verstanden, die wahre Stille beginnt in mir selbst. Gedanken müssen und können nicht einfach verschwinden. Das Umfeld, unsere Herausforderungen bleiben. Aber, ich habe gelernt, mich nicht mehr mitreissen zu lassen, kein Drama mehr um alles und jedes. Ich atme, spüre nach, nehme wahr und bleibe bei mir. Wie eine Wolke am Himmel, die weiterzieht. Diese Form der Ruhe schenkt mir heute Leichtigkeit, Kreativität und Kraft.
Mein Yogaweg
Yoga ist für mich kein Ziel, sondern ein Teil meines Lebenswegs. Unabdingbar und Tag für Tag. Ein Weg, der mich lehrt Grenzen zu akzeptieren, liebevoll mit mir selbst zu sein und immer wieder zurückzukehren – zu meinem Atem, zu meinem Herzen, zu mir selbst. Manchmal ist der Geist still, manchmal ist er laut. Manchmal ist das Herz verschlossen, manchmal ist es offen. Immer finde ich wieder zurück auf den Weg, durch Yoga, durch Bewusstsein und Akzeptanz.
Gehen wir ein Stück zusammen?
Für Baumeler darf ich seit einem Jahr wunderbare Yogareisen nach Borgomaro begleiten. Ein kleines Juwel von einem Ort, rund 20 Minuten vom Meer entfernt. Ein Ort, an der die Zeit stehen geblieben ist. Ein Ort, wo die Glocke des Kirchturms noch jede Stunde schlägt (ausser nachts natürlich) und uns die Menschen lächelnd begegnen. Ich könnte mir kein schöneres Plätzchen für unser gemeinsames Wegstück vorstellen. Mit Yoga, Genuss und Meer dürfen wir mit allen Sinnen geniessen, unseren Körper spüren und das Herz erfreuen. Es gibt Raum und Zeit, um Vieles auszuprobieren. Wir praktizieren verschiedene Yogastile und üben unterschiedliche Atemtechniken. Wir haben einen schönen Raum, welcher von unseren Gastgebern liebevoll eingerichtet wird. Es gibt einen Zaubergarten, wo wir das Gras unter den Füssen spüren dürfen und nach Belieben mit Hilfe der Bäume den Handstand üben können. Wir erleben Yoga am Meer mit Meeresrauschen und Salz auf unserer Haut. Und irgendwann in dieser Woche ist er da, der Moment, wo es leise wird im Kopf. Wir spüren es gemeinsam und ich sehe es auf den Gesichtern von meinen Gästen. Und egal, ob jemand regelmässig Yoga praktiziert oder sich ganz frisch auf diesen Weg begibt, diese Yogawoche ist für alle ein besonderes Erlebnis. Es berührt mich immer wieder zutiefst, wenn wir uns zum Schluss der Reise verabschieden, umarmen und wissen, diese Reise, wird als Teil unseres gemeinsamen Weges, für immer in Erinnerung bleiben.
Und jeder / jede, welche ich auf diesem Weg ein Stück begleiten darf und durfte, ist für mich ein Geschenk. Schritt für Schritt, Atemzug für Atemzug, von Herz zu Herz.
Geschrieben von Nadja Keller-Niederberger.
Hier geht’s zu unseren Yogareisen.






