Sardinien abseits der Traumstrände

Wer Sardinien hört, denkt sofort an türkisblaues Meer, feine Sandstrände und warme Sonnenstrahlen. Aber die italienische Insel hat noch viel mehr zu bieten – besonders, wenn man sich abseits der bekannten Badebuchten bewegt. Zusammen mit meinen Schwestern habe ich im Oktober eine individuelle Veloreise durch den Norden Sardiniens unternommen. Eine Reise, die uns nicht nur körperlich bewegt, sondern auch landschaftlich und kulturell begeistert hat.

Ankommen und Durchatmen – Start in Cannigione

Gestartet sind wir mit einem Direktflug nach Olbia. Dort wurden wir vom Partner vor Ort direkt am Flughafen abgeholt – der gebuchte Transfer klappte reibungslos und ermöglichte uns einen stressfreien Start. Unser erster Stopp war das kleine Küstenstädtchen Cannigione, wo wir drei Nächte verbrachten. Perfekt, um anzukommen, sich einzustimmen und das mediterrane Flair zu geniessen.

Unsere E-Bikes – modern, komfortabel und bestens ausgestattet – standen bereits für uns bereit. Besonders praktisch: Die Navigation funktionierte per App (Ride with GPS), auf der wir alle Strecken vorab geladen hatten. Ich war ehrlich gesagt überrascht, wie einfach und zuverlässig das Ganze funktionierte. Keine dicken Karten mehr, keine komplizierten Wegbeschreibungen – einfach losradeln und geniessen!

La Maddalena – ein Traum

Ein Highlight der Reise sollte für mich der Besuch des La Maddalena Archipels sein – ein Inselparadies aus Granitfelsen, kristallklarem Wasser und unberührter Natur. Leider war uns das Wetter an diesem Tag nicht wohlgesonnen, und das sonst so strahlende Farbenspiel blieb im Grau verborgen. Dennoch war der Ausflug faszinierend – und ich habe mir fest vorgenommen: Ich komme wieder!

Ins Herz Sardiniens – Durch Bergdörfer und Korkeichenwälder

Nach den ersten Küstenetappen führte uns die Route ins sardische Hinterland. Wir radelten durch authentische Bergdörfer, vorbei an knorrigen Korkeichen und durch wilde, fast surreale Landschaften. In einem kleinen Museum erfuhren wir mehr über die lokale Korkverarbeitung – ein spannender Einblick in eine Tradition, die hier noch lebt.

Die Streckenführung war abwechslungsreich: Sanfte Hügel, schnelle Abfahrten, Gemüsefelder, Steppenlandschaften – und immer wieder atemberaubende Ausblicke. So nah an der Natur unterwegs zu sein, lässt einen Sardinien mit allen Sinnen erleben.

Wunderschöners Castelsardo & Weiter nach Alghero

Ein fotografischer Höhepunkt war ganz klar das malerische Städtchen Castelsardo. Es gehört offiziell zu den schönsten Orten Italiens (uno dei borghi più belli d’Italia) – zurecht! Verwinkelte Gassen, bunte Hausfassaden, ein spektakulärer Blick aufs Meer – mein Kamera-Akku war schnell leer.

Über das grüne Hinterland radelten wir weiter nach Sassari, Sardiniens zweitgrösster Stadt, bevor wir unser finales Etappenziel erreichten: Alghero. Die historische Festungsstadt mit ihrer charmanten Altstadt, dem kleinen Hafen und katalanischem Flair war ein wunderbarer Abschluss unserer Reise. Hier lohnt es sich definitiv, noch ein paar Zusatznächte einzuplanen.

Fazit: Warum ich individuelle Veloreisen liebe

Diese Art des Reisens hat für mich viele Vorteile: Man ist aktiv, aber nicht gehetzt – kann die Radtouren im eigenen Tempo machen und auch dort halten, wo man will. Man sieht viel, aber erlebt es auch intensiv. Und man hat gleichzeitig Komfort – dank vorgebuchter Hotels, organisiertem Gepäcktransport und gut geplanter Routenführung. Wir haben die Unterkunftskategorie B gewählt – einfache, aber gepflegte Hotels, alle gut gelegen und ideal für unsere Bedürfnisse.

Besonders gefallen hat mir auch die unkomplizierte Kommunikation mit dem Partner vor Ort – via WhatsApp war alles schnell geregelt, Fragen wurden prompt beantwortet.

Wer Sardinien einmal von einer anderen Seite entdecken möchte – authentisch, bewegt und ganz nah an der Natur – dem kann ich eine solche Veloreise wärmstens empfehlen. Für mich war es bestimmt nicht die letzte Tour dieser Art!

Geschrieben von Nicole Bühlmann.

Hier geht’s zur individuellen Veloreise in Nordsardinien.