Eine achtsame Reise zwischen Olivenhainen, Meeresrauschen und italienischer Lebensfreude
Mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter durfte ich in Ligurien erleben, wie Achtsamkeit, Gelassenheit und ein Stück Torta della Mamma perfekt zusammenpassen.
Schon viele Reisen haben mich nach Italien geführt – das Land, das uns mit seiner wunderbaren Küche, den vielen Sonnenstunden und den herzlichen Menschen immer wieder verzaubert. Dieses Mal durfte ich eine Reise begleiten, die mir besonders am Herzen liegt: unsere Yoga-Reise nach Ligurien, die ich im Vorfeld selbst mitgestaltet habe – und nun hautnah erleben durfte.
Die Reise ist das Ziel – entspannt unterwegs mit der Bahn
Gemütlich mache ich mich am Morgen auf den Weg nach Arth-Goldau. Im EuroCity treffe ich auf unsere Kursleiterin Nadja und unsere kleine, sympathische Gruppe. Nadja erwartet mich bereits mit offenen Armen am reservierten Wagen in der 1. Klasse.
Ich liebe das Reisen mit dem Zug – wie die Landschaft vorbeizieht, sich langsam verändert, bis plötzlich Olivenbäume und das tiefblaue Meer auftauchen. Die Vorfreude auf das Meer ist deutlich zu spüren. Bereits im Zug entstehen die ersten spannenden Gespräche: Wir sind zu acht unterwegs – eine bunt gemischte Gruppe von Teilnehmenden, die sich auf Yoga, Genuss und eine kleine Auszeit vom Alltag freut.
Aufrichtige Herzlichkeit im verschlafenen Bergdorf
In Borgomaro, einem kleinen Bergdorf, werden wir von Elena und ihrem Team so herzlich begrüsst, dass wir uns sofort «in casa» fühlen. Das Dorf mit seinen rund 300 Einwohnern liegt ruhig, fernab von Hektik – und doch nur 20 Minuten von Imperia und dem Meer entfernt. Unsere Unterkunft, das Relais del Maro, ist ein echter Geheimtipp: ein liebevoll restauriertes Boutique-Hotel im Herzen des Dorfes, das sich sofort wie ein Zuhause anfühlt. Jedes Zimmer ist individuell und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet – ein charmanter Mix aus Tradition und modernem Komfort.
Am Abend werden wir im Restaurant Da Etta, gleich gegenüber, erwartet. Es gibt lokale Spezialitäten – und wer möchte, natürlich auch ein Glas Wein aus der Region. Das erste Schmunzeln bleibt nicht aus, als Nadja unserem charmanten Gastgeber zu erklären versucht, dass wir wohl nicht das komplette mehrgängige Menü schaffen werden (ein Ding der Unmöglichkeit in Italien!).
Ein gemeinsames Stück auf dem individuellen Yogaweg
Am nächsten Morgen starten wir sanft mit Yoga – jede und jeder dort, wo er oder sie gerade auf dem eigenen Weg steht. Der Raum, nur für uns reserviert, ist hell und liebevoll gestaltet; Matten, Klötze und Decken sind schon bereit. Nadja führt uns achtsam durch die Praxis, und wer möchte, wird mit der Zeit auch etwas spielerischer.
Nach der Yogastunde wartet ein Frühstück, das keine Wünsche offenlässt: frisches Obst, eine Variation an Aufstrichen, regionale Produkte – und mein persönliches Highlight: ein Cappuccino mit canella und latte d’avena, den das herzliche und zuvorkommende Team schon ab dem zweiten Tag automatisch serviert. Von Tag zu Tag spüren wir, wie uns das Yoga achtsamer werden lässt – nicht nur auf der Matte, sondern auch beim Essen, beim Unterwegssein, im Gespräch. Und dann ist da noch Mamma Piera, die uns mit ihren selbst gebackenen Kuchen verwöhnt. Wie sie so schön sagt: «A balanced diet is a slice of Mamma Piera’s cake in each hand» (Eine ausgewogene Ernährung bedeutet, in jeder Hand ein Stück von Mamma Pieras Kuchen zu halten).
Genuss – unser stetiger Begleiter
Wir verkosten feine Weine direkt beim Winzer, der mit Leidenschaft von seinem Anbau erzählt. Bei einem Kochkurs üben wir uns in der Zubereitung von Gnocchi und degustieren Olivenöl.
Bevor wir uns zu Tisch setzen, führt uns unser Gastgeber durch den Garten – die Feigen frisch vom Baum sind zuckersüss! Mit Begeisterung und Leidenschaft erzählt er uns von seinem Anbau. Jeder scheint hier Zeit zu haben, und wir fühlen uns rundum willkommen.
Selbst ein kurzer Spaziergang wird zur Entdeckungsreise: Wir wandern von Borgomaro zu einer kleinen Kirche mit Blick über die Olivenhaine. Ein Mönch erzählt uns mit ruhiger Stimme von der Geschichte des Ortes – so geduldig, dass sogar unser Italienisch erstaunliche Fortschritte macht. Wäre nicht um 15 Uhr Messe gewesen, wären wir wohl heute noch dort.
Sich fordern – aber nicht überfordern
Viele verbinden Herausforderungen mit Anstrengung und Druck. Doch Nadja erinnert uns immer wieder daran, dass «fordern» auch heissen kann, bewusst einen Gang zurückzuschalten. Ihre Weisheiten begleiten uns über die Matte hinaus und inspirieren uns.
Ausflüge entlang der ligurischen Küste & Yoga am Meer
Auf unseren Ausflügen entdecken wir Orte wie Diano Marina oder Imperia mit seinen Stadtteilen Oneglia und Porto Maurizio, wobei sich immer wieder schöne Gespräche untereinander ergeben. Wir kommen aus verschiedenen Orten und stehen an unterschiedlichen Punkten im Leben – doch was uns verbindet, ist das gemeinsame Interesse an achtsamer Bewegung, Genuss und einer bewussten Auszeit vom Alltag.
In Alassio praktizieren wir Yoga direkt am Meer – barfuss im Sand. Ein besonderes Erlebnis! Da die Hochsaison bereits vorbei ist, finden wir einfach ein ruhiges Plätzchen. Ein paar «gwundrige» Zuschauer gibt es dann doch – eine Dame erkundigt sich sogar, ob sie mitmachen darf.
Abschied mit Leichtigkeit
Nach einem letzten feinen Frühstück sagen wir «Arrivederci» zu unseren neuen Freunden und machen uns voller Dankbarkeit, offenem Herzen und erholtem Geist auf die Heimreise. Viele schöne Momente und neue Inspirationen begleiten uns zurück nach Hause.
Geschrieben von Sarina Amstutz
Hier geht es zu unserer Yogareise nach Ligurien.






